Sex ist wertvoll
Eine US-Studie misst das Glück, das die Liebe im Bett beschert, erstmals in Heller und Pfennig.

Die beiden Autoren, David Blanchflower vom Dartmouth College in Hanover (US-Bundesstaat New Hampshire) und Andrew Oswald von der Universität Warwick in Großbritannien, werteten die Daten einer Gruppe von 16.000 erwachsenen Amerikanern aus. Ihre Studie mit dem Titel «Geld, Sex und Glück» wurde dem US-Wirtschaftsforschungsamt in Cambridge (US-Staat Massachusetts) zur Verfügung gestellt. Sie bestätigt, was der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Daniel Kahneman bereits bei Frauen in Texas ermittelt hatte. Nach jener Aktivität im täglichen Leben befragt, die ihnen das größte Wohlbehagen bringe, entschied sich die Mehrheit der 909 berufstätigen Frauen für Sex.
«Der Einfluss des Liebeslebens auf das Glück ist statistisch klar belegbar - und groß», schreiben die Autoren der neuen Studie. Den geringsten Spaß bereitet Männern wie Frauen - gemäß Blanchflower und Oswald – die Anfahrt ins Büro.

Nach unseren Daten zu urteilen, ist das Liebesleben der Amerikaner weit weniger dramatisch als von Fernsehen und anderen Medien vorgespielt», schließen die beiden Experten. Dass verheiratete Paare mehr Schäferstündchen haben als Singles, Geschiedene oder Witwer, war zu erwarten. Alle zusammen kommen laut Blanchflower und Oswald im Durchschnitt auf zwei bis drei Liebesnächte pro Monat. Nur jeder Zehnte unter Vierzig hatte im Jahr vor der Befragung vier und mehr Mal Sex pro Woche. Ebenso viele gingen ganz leer aus. Homosexuelle bildeten in dieser Hinsicht keine Ausnahme.
Den einzigen Unterschied macht die Bildung: Der Analyse zufolge haben Männer mit dem höchsten Bildungsniveau etwas weniger Sex als ihre weniger intellektuellen Geschlechtsgenossen. Hochgebildete Frauen in den USA sind sehr selektiv in der Partnerwahl und wechseln den Geliebten oder Ehemann seltener als andere Frauen. Mehr Lust auf Abwechslung haben die ewigen Junggesellen und Männer, die von ihren Ehefrauen getrennt leben.